Servicewüste Deutschland?

2010
03.26

Es wird soviel geredet und geschrieben von der angeblichen Servicewüste Deutschland. Ich durfte, in nur zwei Wochen drei ganz andere, positive Erfahrungen machen.

  • Ich liebe Pfefferminztee – am liebsten mit frischer Minze aus dem Garten. Die leckerste Alternative dazu ist/war der Pfefferminz-Eukalyptus Tee von Teehaus. Leider habe ich genau diese Sorte seit letztem Jahr nirgendwo mehr finden können. Und so habe ich die Firma angschrieben und gefragt, wo ich den Tee bekommen kann.
    Wirklich erfreut hat mich der Inhalt der Antwort nicht (diese Mischung gibt es leider nicht mehr), aber die prompte und freundliche Antwort an sich fand ich klasse.
  • Seit einigen Jahren besitze ich eine Diagnosewaage von Korona. Für den Diagnoseteil habe ich mich nie wirklich interessiert, aber jetzt wollte ich es doch wissen. Nur war die Bedienungsanleitung verschwunden – weg, nicht auffindbar. Und als Download fand ich sie auf den Herstellerseiten auch nicht. Also habe ich per Kontaktformular angefragt, ob und wo ich eine Bedienungsanleitung finden kann.
    Gleich am nächsten Tag war die Bedienungsanleitung in meinem Mailpostfach. So gefällt mir das.
  • Im Rahmen meiner Ernährungsumstellung (bald mehr davon) habe ich mir Carobpulver von der Fa. Werz für meinen Schokojieper gekauft. Die Nährwertangaben der Packung haben mich irritiert, wei sie so nicht stimmen konnten. Also habe ich hingeschrieben, mein Problem erklärt und um Aufklärung gebeten.
    Auch die Anwort kam zügig und sehr freundlich. Bei den Angaben handelt es sich um einen Irrtum, der sobald wie möglich korrigiert wird (es sind nur 49 g Kohlenhydrate anstatt 88,8 g). So soll es sein.

Und weil solch ein Service leider immer noch nicht überall selbstverständlich ist, finde ich, dass solche positiven Glanzlichter publik gemacht werden sollen.

Und weil es immer wieder nett ist, Vorurteile bestätigt zu bekommen, hier noch ein Paradebeispiel wie es nicht sein sollte.

In unserer Samtgemeinde Lachendorf soll es einen Bürgerbus geben. Da wurde, unter den Fittichen der FDP, auch ein Verein gegründet, der Bürgerbusverein. Wie auf der Webseite zu lesen ist, sucht der Verein noch dringend Fahrer. Also habe ich den Vorsitzenden am 6. September 09 angeschrieben und um Informationen gebeten. Da ich keine Antwort erhielt, habe ich am 5. März 10 eine erneute Anfrage geschickt – diesmal an den Vorsitzenden und die Stellvertreterin.
Auf eine Antwort warte ich bis heute. Ebenso wie die Gemeinde auf den Bürgerbus. So kann man gute Ideen und Projekte auch verschleppen. Oder war das Ganze nur ein Werbegag der FDP vor einer Wahl?

    3 Responses to “Servicewüste Deutschland?”

    1. zauberweib sagt:

      vielen Dank für die Guten Nachrichten! Ich find nämlich, sowas gehört sich auch gesagt… damit die anderen sehen, dass es „die Guten“ auch gibt, an denen man sich orientieren kann 🙂

      übrigens, Blaupunkt und Miele bieten auch ihre Bedienungsanleitungen zum Download an. Bei meinem gebraucht gekauften Zaubertöff damals war keine Anleitung mehr fürs Radio dabei – hab ich sofort bei Blaupunkt gefunden, obwohl das ja noch eins aus den -späten- 1980ern war! Und wie ich nach nem neuen Staubsauger gesucht hab, war es sehr hilfreich, direkt in die Anleitung guggen zu können!

    2. […] versiegten und die blühenden Aktenwiesen starben. Das Bürokratenreich verwandelte sich in eine Wüste. Alles war trostlos und leer, nur ab und an kam ein Kneul aus alten Kabeln an einem vorbeigeweht. […]

    3. Gustav sagt:

      Für mich steht schon lange fest, dass wir in einer Servicewüste leben. Deutschlands Dienstleister bieten wenig Service für viel zu teures Geld an. Wie soll man so ein langfristig zufriedenen Kundenstamm aufbauen? Ich verstehe diese Denke nicht, dass man an das schnelle Geld will, aber dadurch den Servicegedanken völlig außer Acht lässt.

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