Schmerzmittel – subjektiv gesehen

2006
04.17

Voller Schmerzen, mit Hitzewallungen aber einer Temperatur von nur 37.8 schleppe ich mich vom PC aufs Sofa und zurück. Meine Fibro macht Überstunden, meine Ohren schmerzen und meine Nase läuft. Ich hab heute nur eine Ibu 600 genommen und das muss reichen – ich will die Temperatur ja nicht noch weiter drücken.

Der Hanftee wirkt sehr vorsichtig wie immer (nicht ganz so fein wie“richtiger Kräutertee“), kann aber gegen die Ohrenschmerzen nix ausrichten. Ich finde es schon bemerkenswert, dass legaler Hanftee (aus biologischem Anbau *g*) bei den Fibroschmerzen bedeutend mehr Wirkung zeigt, als Opioide (Tramadol, Oxygesic). Dieses Teufelszeug hatte mir ja eine übereifrige, aber nicht sehr kompetente, Rheumatologin verordnet. Sie hat mir empfohlen, die Dosis so weit zu steigern, bis ich eine annehmbare Wirkung verspüre.Da ich lesen kann, habe ich die Waschzettel aufmerksam gelesen und tatsächlich bis zur Höchstdosis das Zeugs genommen. Die schmerzstillende Wirkung war vernachlässigbar, aber die Nebenwirkungen waren heftig. Ich konnte nicht mehr wirklich klar denken, kam mir vor, wie in Wattenebel gehüllt und mein Sprachzentrum war in Mitleidenschaft gezogen. Ich habe mich selten unwohler gefühlt – obwohl ich gestehen muss, dass mir die Schmerzen in dem Zustand völlig gleichgültig waren.

Meine Hausärztin war genauso entsetzt wie ich, dass die Kollegin mir das Zeugs verschrieben hat, obwohl sie von meiner Suchtkarriere wusste. Wir haben uns dann wieder auf Ibuprofen und nichts weiter geeinigt. Der Schmerztherapeut fand die Wahl von Opioiden bei Fibromyalgie „ungewöhnlich“. Im weiteren Verlauf des Gespräches wurde er etwas konkreter und meinte es wäre sinnlos, gefährlich und schlichtweg unverantwortlich – besonders bei mir. Da konnte ich ihm nur zustimmen. Ich habe seit November ein Tensgerät von ihm verschrieben bekommen. Diese kleine Kiste ist ein absolutes Wunderding. Gegen die Fibroschmerzen ist es zwar auch machtlos, beugt aber (bei täglicher Anwendung) den zusätzlichen Verspannungsschmerzen vor. Damit kann ich so einiges an Chemie einsparen.

Ich habe noch einen wunderschönen Link gefunden: die Märchen vom Heilen einer Arztpraxis aus Aachen. Da lässt es sich in schmerzhaften Nächten wunderbar schmökern – und das ist mit Sicherheit besser, als sich im Bett rumzuwälzen.

2 Responses to “Schmerzmittel – subjektiv gesehen”

  1. Conny M sagt:

    Hast Du schon mal mit Deinem Arzt über Nabilone als Schmerzmittel gegen die Fibro gesprochen? 2 x 2 mg pro Tag …. es würde einen Versuch lohnen.

  2. Lilia sagt:

    Hi Conny,

    danke für den Tipp. Ich habe mit mehreren Ärzten schon darüber gesprochen, allerdings kann/will es mir niemand verschreiben, weil es in D zur Schmerztherapie nicht zugelassen ist.
    Dafür bin ich mittlerweile doch beim Oxycodon gelandet, was ich aber so schnell es geht, wieder loswerden möchte. Da bin ich auf der Suche nach Alternativen – was mein Schmerztherapeut im Moment aber nicht zu unterstützen scheint. 🙁

    LG
    Lilia

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